Ab wann arbeitet dein Geld für dich?
Coast FIRE ist der Punkt, ab dem dein bereits investiertes Vermögen allein durch den Zinseszins bis zur finanziellen Freiheit wächst, ganz ohne weitere Einzahlungen. Der Rechner berücksichtigt Inflation, gesetzliche Rente und Betriebsrente, zeigt den Verlauf als Chart und rechnet auf Wunsch eine Monte-Carlo-Simulation. Jeder Stand lässt sich als Link teilen.
Keine Anlageberatung. Alle Berechnungen sind unverbindliche Schätzungen auf Basis deiner Eingaben. Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.
Was ist Coast FIRE?
FIRE steht für Financial Independence, Retire Early. Bei Coast FIRE hast du genug investiert, dass dein Depot allein durch den Zinseszins bis zum Ruhestand auf deine FIRE-Zahl anwächst, ohne dass du weiter einzahlen musst. Du müsstest dann nur noch deine laufenden Ausgaben verdienen, nicht mehr für die Rente sparen. Das verschafft Spielraum, etwa für Teilzeit oder eine längere Auszeit.
So rechnet FIREKOMPASS
Zwei einfache Formeln stecken dahinter:
FIRE-Zahl = Jährliche Ausgaben ÷ Entnahmequote(z. B. 24.000 € ÷ 4 % = 600.000 €)
Coast-Zahl heute = FIRE-Zahl ÷ (1 + Rendite)Restjahre
Liegt dein heutiges Vermögen über der Coast-Zahl, bist du schon Coast FIRE. Falls nicht, simuliert der Rechner deine Sparrate Monat für Monat und findet den Coast-FIRE-Zeitpunkt: den Moment, in dem dein Portfolio die Coast-Linie kreuzt.
Warum Inflation den Unterschied macht
Viele Rechner ignorieren die Inflation. Dabei frisst sie über Jahrzehnte einen großen Teil deiner Kaufkraft. FIREKOMPASS rechnet standardmäßig in heutiger Kaufkraft: So weißt du, was deine Zahlen wirklich wert sind. Über den Schalter „Zukunfts-€“ siehst du stattdessen die nominalen Beträge.
Häufige Fragen
Zählt mein gesamtes Nettovermögen?
Nein, nur dein investiertes Vermögen: Depot, ETFs, Aktien. Der Notgroschen gehört nicht dazu, die selbstgenutzte Immobilie und das Auto ebenfalls nicht, weil sie nicht für deinen Ruhestand arbeiten.
Welche Rendite soll ich annehmen?
Breit gestreute Aktien-ETFs lieferten langfristig grob 6–8 % pro Jahr vor Inflation. Konservativ rechnest du eher mit 6 %, optimistisch mit 8 %.
Was ist die 4-%-Regel?
Eine Faustregel, nach der du jährlich rund 4 % deines Vermögens entnehmen kannst, ohne dass es ausgeht. Das entspricht dem 25-Fachen deiner Jahresausgaben als FIRE-Zahl. Ob die Regel für dich trägt und wie sie sich gegen dynamische Alternativen schlägt, testest du im Entnahmestrategie-Simulator.
Wie wird die gesetzliche Rente berücksichtigt?
Im Modus „Mit Rente“ behandeln wir deine gesetzliche Rente als lebenslanges Einkommen ab dem Ruhestandsalter. Dein Depot muss dann nur noch die Lücke zwischen deinen Ausgaben und der Rente tragen, was FIRE- und Coast-Zahl spürbar senkt. Wir bewerten die Rente in heutiger Kaufkraft zum Renteneintritt: Liegt die angenommene Rentenentwicklung unter der Inflation (oder sinkt das Rentenniveau), ist die Rente real weniger wert. Hörst du vor dem Rentenbeginn auf, rechnet der Rechner die Brücke automatisch ein (siehe unten).
Wie wird eine Betriebsrente berücksichtigt?
Im Renten-Modus kannst du unter „Erweitert: Betriebsrente“ eine betriebliche Altersversorgung ergänzen. Anders als die gesetzliche Rente wächst sie nicht mit dem Rentenwert: Der zugesagte Betrag bleibt nominal fix, die Inflation frisst also bis zum Start und während der Auszahlung an der Kaufkraft. Diese wachsende Lücke rechnet der Rechner in die FIRE-Zahl ein. Optional kannst du eine jährliche Anpassung hinterlegen (viele Arbeitgeber nutzen die 1-%-Option nach § 16 BetrAVG) und ein eigenes Startalter wählen. Bei aktivierter Krankenversicherung zahlen Pflichtversicherte (KVdR) auf Betriebsrenten den vollen Beitragssatz, allerdings nur auf den Teil oberhalb des Freibetrags (2026: 197,75 €/Monat).
Woher bekomme ich Rente und Entgeltpunkte?
Aus deiner jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung: Sie nennt die bisher erreichte Rente und die Hochrechnung bei gleichbleibender Einzahlung. Die Entgeltpunkte rechnen wir daraus zurück (Rente ÷ aktueller Rentenwert), oder du trägst sie direkt ein. Alle Angaben sind eine Schätzung und ersetzen keine Rentenberatung.
Sammle ich beim Coasting weiter Rentenpunkte?
Das kommt darauf an, und der Unterschied ist groß. Coast FIRE heißt: keine Einzahlungen mehr ins Depot, aber weiterarbeiten. Als Angestellter sammelst du dabei weiter Entgeltpunkte, als Freiberufler ohne Versicherungspflicht nicht. Deshalb kannst du im Renten-Modus deine „Entgeltpunkte pro Jahr“ eintragen und darunter festlegen, wann sie aufhören: gar nicht, am Coast-Punkt oder mit einem festen Alter. Die bis dahin erreichten Punkte bleiben erhalten. Bei einem Stopp am Coast-Punkt sinkt das Ziel mit jedem gearbeiteten Jahr, die Coast-Linie im Chart knickt entsprechend.
Ich kenne meine Entgeltpunkte nicht, nur mein Gehalt.
Dann trag das Gehalt ein. Im Renten-Modus schaltest du bei den „Entgeltpunkten pro Jahr“ auf „Bruttogehalt“ um: Die Punkte sind eine reine Funktion des Verdienstes, nämlich Jahresbrutto geteilt durch das Durchschnittsentgelt (2026: 51.944 €). Wer 56.858 € verdient, sammelt also 1,09 Punkte pro Jahr, das sind rund 46,54 € Rente pro Monat für jedes Arbeitsjahr. Über der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 101.400 €) wächst nichts mehr mit, mehr als 1,95 Punkte pro Jahr sind nicht möglich.
Ich gehe von Vollzeit in Teilzeit — kann der Rechner beides?
Ja, und zwar vollständig: Geld und Rentenpunkte. In der Barista-Phase trägst du bei „Teilzeit ab“ das Wechselalter ein. Bis dahin sparst du voll und entnimmst nichts, danach schießt dein Depot zu — genau das ist Barista FIRE. Ohne dieses Alter läuft die Entnahme ab sofort, wie bisher.
Derselbe Moment steuert auch die anderen beiden Größen, damit du nicht drei Alter synchron halten musst: „Sparrate stoppen“ und die zweite Phase der Entgeltpunkte im Renten-Modus bekommen beide die Stellung „Wie der Barista-Start“. Beim Sparstopp schlägt der Rechner sie vor, sobald du ein Startalter setzt — überschreiben kannst du sie jederzeit, etwa wenn du in Teilzeit noch etwas beiseitelegst. Bei den Entgeltpunkten wählst du dazu die Rate danach: halbtags beim Durchschnittsverdienst 0,5. Der Erklärsatz unter den Feldern rechnet beide Phasen einzeln vor.
Was passiert, wenn ich die Rente früher beantrage?
Sie wird dauerhaft gekürzt: 0,3 % pro Monat, den du vor der Regelaltersgrenze beginnst, also 14,4 % bei Rentenbeginn mit 63 (§ 77 SGB VI). Umgekehrt bringt jeder Monat Aufschub 0,5 % Zuschlag. Der Rechner zieht das automatisch von deiner Rente ab, sobald du das Renteneintrittsalter änderst — die Entgeltpunkte bleiben davon unberührt, nur die Auszahlung sinkt. Frühester regulärer Bezug ist 63 (mit 35 Beitragsjahren), abschlagsfrei geht es ab 65 für besonders langjährig Versicherte mit 45 Jahren; dafür schaltest du „Abschläge berücksichtigen“ aus. Achtung: Das Ruhestandsalter oben und das Renteneintrittsalter sind zwei verschiedene Dinge — wer mit 63 aufhört, aber die Rente erst mit 67 nimmt, hat keinen Abschlag, sondern eine Brücke.
Wie werden Steuern berücksichtigt?
Optional und in jedem Modus (im Abschnitt „Steuern“). Wir rechnen die Abgeltungssteuer (25 % + Soli = 26,375 %) auf deine Depot-Entnahmen, abzüglich der Teilfreistellung für Aktien-ETFs (30 %) und nur auf den angenommenen Gewinnanteil der Entnahme. Daraus ergibt sich eine effektive Steuerquote; deine FIRE-Zahl steigt entsprechend, weil du brutto mehr entnehmen musst. Die Krankenversicherung hat einen eigenen Abschnitt. Auf die gesetzliche Rente rechnen wir im Renten-Modus automatisch die nachgelagerte Einkommensteuer nach § 32a EStG — mit dem Besteuerungsanteil deines Rentenbeginn-Jahrgangs, den Pauschbeträgen und deinem KV/PV-Beitrag als Sonderausgabe. Wer lieber eine eigene Annahme setzt, schaltet unter „Steuer auf die Rente“ auf „Pauschal“ um.
Was ist die „Brücke“ in den Ruhestand?
Willst du vor dem gesetzlichen Renteneintritt (z. B. mit 60 statt 67) aufhören, muss dein Depot die Jahre bis zum Rentenbeginn allein überbrücken. In dieser Zeit trägt es die vollen Ausgaben, danach nur noch die Lücke zur Rente. Setze dazu im Renten-Modus dein Ruhestandsalter unter das Renteneintrittsalter; der Rechner kalkuliert die Brücke automatisch in die nötige FIRE-Zahl ein.
Was macht die Monte-Carlo-Simulation?
Eine feste Rendite ist eine Vereinfachung. An der Börse schwanken die Jahre stark, und gerade die Reihenfolge guter und schlechter Jahre entscheidet in der Entnahmephase über Erfolg oder Pleite (Sequence-of-Returns-Risiko). Der Schalter „Monte-Carlo-Simulation“ würfelt deshalb 5.000 mögliche Börsenverläufe um deine erwartete Rendite herum: Die Schwankungsbreite von 17 % pro Jahr entspricht der langfristigen Historie von Weltaktien (UBS Global Investment Returns Yearbook, 1900–2024). Du siehst, in welchem Korridor dein Depot wahrscheinlich landet und wie oft es bis Alter 90 durchhält. Das bleibt eine Simulation unter Modellannahmen, keine Prognose und keine Anlageberatung.