FIREKOMPASS
Entnahmestrategie-Simulator

Wie lange trägt dein Vermögen?

Sechs Entnahmestrategien im direkten Vergleich, von der starren 4-%-Regel über dynamische Guardrails bis zur Dividenden- und 3-Töpfe-Strategie. Wahlweise als reines Aktiendepot oder als Mischung mit Anleihen, optional inklusive gesetzlicher Rente. 5.000 simulierte Börsenverläufe zeigen, wie oft dein Depot durchhält und wie stabil dein Budget dabei bleibt. Den fertigen Stand kannst du als Link weitergeben.

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Keine Anlageberatung. Alle Berechnungen sind unverbindliche Schätzungen auf Basis deiner Eingaben. Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.

Warum eine Entnahmestrategie?

In der Sparphase ist die Reihenfolge der Börsenjahre fast egal, am Ende zählt die Durchschnittsrendite. In der Entnahmephase dreht sich das um: Wer in den ersten Ruhestandsjahren in einen Crash hinein verkaufen muss, realisiert Verluste, die spätere Erholungen nicht mehr aufholen. Dieses Sequence-of-Returns-Risiko entscheidet darüber – bei identischer Durchschnittsrendite –, ob dasselbe Vermögen 20 oder 40 Jahre trägt. Eine Entnahmestrategie ist die Regel, nach der du jedes Jahr deinen Entnahmebetrag festlegst. Die Strategien unterscheiden sich deutlich darin, wie sie das Pleiterisiko gegen ein stabiles Einkommen abwägen.

Die sechs Strategien im Simulator

1 · Fester Betrag („4-%-Regel“)

Im ersten Jahr entnimmst du z. B. 4 % deines Startvermögens, danach denselben Betrag jedes Jahr nur um die Inflation erhöht, egal was die Börse macht. Dein Budget ist damit in heutiger Kaufkraft konstant, also maximal planbar. Dafür entnimmst du in schlechten Marktphasen prozentual immer mehr vom schrumpfenden Depot, das dadurch vorzeitig leerlaufen kann.

2 · Fester Prozentsatz

Du entnimmst jedes Jahr denselben Prozentsatz vom aktuellen Depotwert. Damit ist eine Pleite praktisch ausgeschlossen, denn ein Anteil von etwas ist nie mehr als alles. Dafür schwankt dein Jahresbudget mit dem Markt: Nach einem Crash von 40 % sinkt auch deine Entnahme um 40 %. Das muss dein Lebensstil aushalten.

3 · Floor & Ceiling

Wie der feste Prozentsatz, aber mit Korridor: Die Entnahme darf eine Untergrenze (Floor) nicht unter- und eine Obergrenze (Ceiling) nicht überschreiten, beide definiert als Abstand zur Start-Entnahme. Der Floor sichert deinen Lebensstandard, das Ceiling bremst den Konsum in Boomjahren und schont das Depot. Ein Kompromiss mit Restrisiko: Liegt der Floor in langen Bärenmärkten dauerhaft über dem, was das Depot hergibt, hilft er nicht.

4 · Guardrails (Guyton-Klinger)

Deine Entnahme bleibt real konstant wie bei der 4-%-Regel, doch das System beobachtet die aktuelle Entnahmerate (Entnahme ÷ Depotwert). Durchbricht sie die Leitplanken (z. B. ±20 % um die Startrate), wird die Entnahme um z. B. 10 % gekürzt bzw. erhöht. Diese kleinen, seltenen Korrekturen machen die Strategie robust gegen das Sequence-of-Returns-Risiko, weshalb Guardrails oft höhere Startraten tragen als die starre Regel. Dafür kommen die Kürzungen ausgerechnet in Krisenjahren, und das erfordert Disziplin.

5 · Dividendenstrategie

Du entnimmst nur die Ausschüttungen deines Depots (Dividendenrendite × aktueller Depotwert) und verkaufst nie Anteile. Das Depot kann dadurch nicht leerlaufen, dafür schwankt dein Einkommen direkt mit dem Depotwert, und bei typischen 1,5–3 % Ausschüttungsrendite ist es meist niedriger als bei den anderen Strategien. Der Simulator nimmt dabei eine konstante Ausschüttungsquote an; Dividendenkürzungen in Krisen wirken nur indirekt über den gefallenen Depotwert.

6 · 3-Töpfe (Bucket)

Dein Vermögen wird auf drei Töpfe verteilt: ein Cash-Topf (z. B. 1 Jahresausgabe, fest verzinst), ein Anleihen-Topf (z. B. 3 Jahresausgaben) und der Rest in Aktien. Entnommen wird per Wasserfall: zuerst aus Cash, dann aus Anleihen, zuletzt aus Aktien. Dahinter steht der Sequence-of-Returns-Schutz. In einem Crash lebst du aus den ruhigen Töpfen, statt Aktien im Tief zu verkaufen. Die Entnahme selbst bleibt real konstant wie bei der 4-%-Regel.

Einmal im Jahr werden die Puffer aufgefüllt: Cash immer aus den Anleihen. Für das Nachkaufen von Anleihen aus Aktien hast du zwei Regeln zur Wahl: Klassisch verkauft Aktien nur nach einem positiven Aktienjahr (schont das Depot im Abschwung), Immer füllt jedes Jahr auf (näher an festem Rebalancing). Ein Restrisiko bleibt: Sind Cash- und Anleihen-Topf in einer langen Baisse leer, müssen auch hier Aktien im Minus verkauft werden.

So simuliert FIREKOMPASS

Eine feste Durchschnittsrendite würde genau den Effekt wegbügeln, um den es geht: die Reihenfolge der Jahre. Deshalb würfelt der Simulator 5.000 mögliche Börsenverläufe um deine erwartete Rendite herum (Schwankungsbreite standardmäßig 17 % p. a., die Langfrist-Historie von Weltaktien). Alle sechs Strategien durchlaufen exakt dieselben Verläufe, Unterschiede in den Ergebnissen kommen also allein von der Strategie und nicht vom Zufall. Die Ergebnisse zeigen wir inflationsbereinigt in heutiger Kaufkraft.

Anleihen sind eine eigene Assetklasse mit eigener Rendite und Schwankung. Sie laufen als zweiter Zufallspfad, der über eine einstellbare Korrelation mit den Aktien verknüpft ist. Über die Aktienquote mischst du beide zu einem monatlich rebalancierten Portfolio (z. B. 60/40); bei 100 % rechnen die fünf klassischen Strategien wie bisher als reines Aktiendepot. Die 3-Töpfe-Strategie nutzt Aktien und Anleihen direkt als getrennte Töpfe, dazu einen deterministisch verzinsten Cash-Topf.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Erfolgsquote?

Der Anteil der simulierten Verläufe, in denen dein Depot bis zum Planungsende durchhält, ohne leerzulaufen. 95 % heißt: In 1 von 20 Verläufen wäre das Geld vorher ausgegangen. Beim festen Prozentsatz und der Dividendenstrategie ist die Quote konstruktionsbedingt 100 %. Das Risiko zeigt sich dort stattdessen im schwankenden Einkommen („Tiefstes Jahr“ in der Tabelle).

Welche Entnahmerate ist „sicher“?

Die berühmten 4 % stammen aus US-Studien über 30-Jahres-Zeiträume. Für längere Horizonte (Früh-Ruhestand!) oder vorsichtigere Annahmen sind eher 3–3,5 % üblich; dynamische Strategien wie Guardrails vertragen dafür oft höhere Startraten. Probier es aus, genau dafür ist der Simulator da.

Sind Steuern und Krankenversicherung berücksichtigt?

Optional. Schaltest du Steuern ein, gilt deine Entnahmerate als Netto-Wunsch. Der Simulator entnimmt brutto entsprechend mehr aus dem Depot, sodass die Erfolgsquoten realistisch sinken. Du wählst zwischen einer pauschalen Steuerquote und einer Detailrechnung (Abgeltungssteuer, Teilfreistellung, angenommener Gewinnanteil, Sparerpauschbetrag). Zusätzlich lässt sich die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung auf den Gewinnanteil der Entnahme berücksichtigen, mit Mindestbemessung und Beitragsbemessungsgrenze. Bei der Dividendenstrategie ist die Ausschüttung fix, dort werden Steuer und KV vom Netto-Einkommen abgezogen.
Der Gewinnanteil ist dabei eine pauschale Annahme, der Simulator verfolgt also nicht die echten Anschaffungskosten. Bei Dividenden sind real eher 100 % steuer- und beitragspflichtig, dann den Gewinnanteil hochsetzen. Privat Versicherte oder pflichtversicherte Rentner (KVdR) zahlen auf Depot-Entnahmen keine Beiträge und lassen die KV aus. Sparerpauschbetrag, Mindestbemessung und BBG gelten in heutiger Kaufkraft konstant; der KV-Mindestbeitrag fällt nur in Jahren mit Entnahme an. Die gesetzliche Rente lässt sich separat einschalten (siehe nächste Frage). Ist alles aus, rechnet der Simulator wie bisher brutto.

Wie fließt die gesetzliche Rente ein?

Optional. Schaltest du die gesetzliche Rente ein, gibst du deine künftige Monatsrente (aus der Renteninformation, in heutiger Kaufkraft) und das Renteneintrittsalter an. Ab dann fließt sie als zweiter Einkommensstrom, real konstant ab Rentenstart und wahlweise mit Rentenentwicklung oder sinkendem Rentenniveau bewertet. Bei den zielbasierten Strategien (4-%-Regel, Floor & Ceiling, Guardrails, 3 Töpfe) senkt die Rente den Entnahmebedarf: Das Depot trägt nur noch die Lücke, die Erfolgsquote steigt entsprechend. Bei Fester % und der Dividendenstrategie bleibt die Entnahme unverändert, weil sie am Depotwert hängt und nicht am Bedarf; dort kommt die Rente beim Einkommen obendrauf. Ist die Krankenversicherung aktiv, wählst du für die Rentenphase zwischen KVdR (pflichtversicherte Rentner: Beitrag nur auf die Rente, Depot-Entnahmen beitragsfrei) und freiwilliger Versicherung (Beitrag auf Rente und Entnahme gemeinsam, die Rente füllt Mindestbemessung und Beitragsbemessungsgrenze zuerst). Gehst du vor Rentenbeginn in den Ruhestand, überbrückt das Depot die Jahre bis dahin voll.

Wie funktioniert die 3-Töpfe-Strategie (Bucket)?

Dein Vermögen wird auf drei Töpfe verteilt (Cash, Anleihen, Aktien), und die Entnahme läuft als Wasserfall: erst der Cash-Topf, dann Anleihen, zuletzt Aktien. So musst du in einem Crash keine Aktien im Tief verkaufen, sondern lebst aus den ruhigen Töpfen. Cash- und Anleihen-Puffer legst du in Jahresausgaben fest; aufgefüllt wird einmal jährlich (Aktien werden je nach Auffüll-Regel nur nach guten Jahren oder immer angezapft). Die Höhe der Entnahme bleibt real konstant wie bei der 4-%-Regel. Anders als bei den übrigen Strategien gilt hier nicht die globale Aktienquote, die Aufteilung ergibt sich aus den Töpfen selbst.

Wie werden Anleihen und die Aktienquote simuliert?

Anleihen sind eine zweite Assetklasse mit eigener Rendite und Schwankung. Ihr Verlauf wird als separater Zufallspfad gewürfelt und über die Korrelation mit den Aktien verknüpft (0 = unabhängig, negativ = Anleihen federn Aktien-Crashs ab). Die Aktienquote mischt beide monatlich zu einem rebalancierten Portfolio. Bei 100 % bleiben die Ergebnisse der klassischen Strategien exakt wie zuvor, sodass ältere geteilte Links unverändert gelten. Der Cash-Topf der 3-Töpfe-Strategie verzinst sich fest, ohne zu schwanken. Die Standardwerte (Anleihen 3 % Rendite, 6 % Schwankung) sind konservativ gewählt und lassen sich anpassen.

Warum schwanken die Ergebnisse, wenn ich neu simuliere?

„🎲 Neu simulieren“ würfelt einen neuen Satz Zufallspfade. Kennzahlen wie die Erfolgsquote bewegen sich dann leicht, das ist normale Monte-Carlo-Streuung. Geteilte Links enthalten den Zufalls-Seed und zeigen exakt dieselben Zahlen.

Wie finde ich mein Startvermögen?

Wenn du noch in der Sparphase bist: Der Coast-FIRE-Rechner projiziert dein Depot bis zum Ruhestand und sagt dir, wann deine FIRE-Zahl erreicht ist. Das dortige „Depot zum Ruhestand“ ist ein guter Startwert für diesen Simulator.