FIREKOMPASS
GKV vs. PKV

GKV oder PKV in der Frührente?

Wer vor der Rente aussteigt, zahlt seine Krankenversicherung allein. Finde heraus, ab welcher Entnahme — und ab welchem Depot — die private Krankenversicherung rechnerisch günstiger wird als die freiwillige gesetzliche.

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Keine Anlageberatung. Alle Berechnungen sind unverbindliche Schätzungen auf Basis deiner Eingaben. Er ersetzt keine Versicherungsberatung. Sozialversicherungswerte Stand 2026.

Warum die Frage in der Frührente anders steht

Als Angestellter teilst du dir den Beitrag mit dem Arbeitgeber. Wer früh aussteigt, zahlt beides allein — und genau dort trennen sich die beiden Systeme. In der freiwilligen gesetzlichen Versicherung richtet sich der Beitrag nach deiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (§ 240 SGB V): Je größer die Entnahme, desto höher der Beitrag — bis zur Beitragsbemessungsgrenze. In der PKV zahlst du eine einkommensunabhängige Prämie: Sie bleibt gleich, ob du 2.000 € oder 10.000 € im Monat entnimmst. Deshalb gibt es einen Schnittpunkt — und der ist die Antwort dieses Rechners.

Die Formeln, offen gelegt

Rechenweg anzeigen

Beitragspflichtiges Einkommen: e = Entnahme × Ertragsanteil. Das Depot ergibt sich aus e über die Entnahmerate: Depot = Entnahme × 12 / Entnahmerate.

GKV-Beitrag: Satz × min(max(e, Mindestbemessung), BBG). Der Satz ist Kranken-Grundsatz + Zusatzbeitrag + Pflege, 2026 also 14,6 + 2,9 + 3,6 = 21,1 % (ermäßigt 20,5 %, kinderlos jeweils +0,6 Prozentpunkte).

PKV-Beitrag im Jahr t: Summe aller Personen × ((1 + Steigerung) / (1 + Inflation))t — die nominale Steigerung wird über die Inflation in heutige Kaufkraft umgerechnet.

Schnittpunkt: e* = PKV-Beitrag / Satz. Liegt e* unter der Mindestbemessung oder über der BBG, ist die GKV-Kurve dort waagerecht — dann gewinnt ein System in jeder Lage.

Was der Vergleich bewusst vereinfacht

  • Alle GKV-Parameter gelten real konstant, während die PKV real steigt. Historisch wuchsen die GKV-Beiträge je Versicherten nominal um ≈ 3,9 %/Jahr und damit sogar schneller als die PKV (≈ 3,4 %) — die Rechnung ist also eher GKV-freundlich.
  • Familienangehörige ohne eigenes Einkommen gelten in der GKV als beitragsfrei mitversichert. Eigenes Einkommen des Partners über der Grenze schließt die Familienversicherung aus.
  • Der Ertragsanteil der Entnahme bleibt über die Laufzeit konstant. Die Krankenkasse setzt die Bemessungsgrundlage im Einzelfall fest und kann sie abweichend bestimmen.
  • Keine Alterungsrückstellungs-Effekte, keine Beitragsentlastungstarife, kein Wegfall des 10-%-Zuschlags ab 60 — der Steigerungs-Regler ist hier der einzige Hebel.
  • Keine Steuerwirkung: Beiträge zur Basisabsicherung sind in beiden Systemen als Sonderausgaben abziehbar, was den Unterschied leicht dämpft.
  • Ein-Personen-Entnahme; ein zweites Einkommen im Haushalt ist nicht modelliert.

Häufige Fragen

Zahle ich in der freiwilligen GKV wirklich auf Depot-Entnahmen?

Ja. Für freiwillig Versicherte zählt die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (§ 240 SGB V), also auch Kapitalerträge. Beitragspflichtig ist der Ertragsanteil, nicht das zurückfließende eingezahlte Kapital — wie hoch die Kasse ihn ansetzt, ist Einzelfall. Deshalb ist der Ertragsanteil hier ein sichtbares Eingabefeld und keine versteckte Annahme.

Was ist der Mindestbeitrag?

Auch ohne beitragspflichtiges Einkommen zahlst du auf die Mindestbemessungsgrundlage (2026 ≈ 1.318,33 €/Monat). Bei 21,1 % sind das rund 278 € im Monat. Unterhalb dieser Schwelle bringt weniger Entnahme keinen Beitragsvorteil mehr — im Chart ist das der linke waagerechte Abschnitt.

Warum wird die PKV im Chart teurer, obwohl alles in heutiger Kaufkraft steht?

Weil die PKV-Beiträge historisch schneller stiegen als die Inflation. 3,4 % nominal bei 2 % Inflation sind real rund 1,4 % pro Jahr — über 45 Jahre fast eine Verdopplung des realen Beitrags. Setzt du die Steigerung auf die Inflation, bleibt die Linie waagerecht.

Und die Rente danach?

Ab Rentenbeginn ändert sich das Bild: In der Rentenlücken-Rechner siehst du KVdR, freiwillige GKV und PKV inklusive des Zuschusses der Rentenversicherung (§ 106 SGB VI). Ob du überhaupt in die günstige KVdR kommst, entscheidet die 9/10-Vorversicherungszeit. Wie lange dein Depot die Brücke bis dahin trägt, rechnet der Entnahmestrategie-Simulator.