Spardosen-GmbH mit ETF: alle Rechenwege
Die Rechnungen zum Video „Trade Republic GmbH: Ab wann lohnt sie sich wirklich?“ auf FIRE Germany. Die kurzen Rechenwege kannst du mit dem Taschenrechner prüfen. Die Ergebnisse über mehrere Jahrzehnte stammen aus einer Jahressimulation; die Jahreswerte des ETF-Basisfalls stehen weiter unten. Alle Beträge sind Modellwerte, keine Prognosen.
Welche Fälle verglichen werden
| Fall | Ausgangspunkt | Anlage und Laufzeit | Gemessener Endpunkt |
|---|---|---|---|
| ETF-Basisfall | 500.000 € vorhandenes Privatgeld | thesaurierender Welt-Aktien-ETF, 20 Jahre | vollständige Auszahlung nach Steuern und Auflösung |
| Frührente mit ETF | gleiche Einmalanlage | 20 Jahre Ansparen, danach 30 Jahre Entnahme | monatlicher privater Betrag in Kaufkraft am Modellstart |
| Einzelaktien | vorhandenes Privatgeld | jährlich umgeschichtet, 20 Jahre Ansparen und 30 Jahre Entnahme | privater Monatszufluss; GmbH-Stammkapital bleibt gebunden |
| Erben | 500.000 € eines alleinstehenden Elternteils | Welt-ETF, Erbfall nach 30 Jahren, 2 Kinder | privat verfügbares Geld nach Steuern und Verkauf/Auflösung |
| Bestehende Firma | jedes Jahr neuer freier Firmengewinn vor Unternehmenssteuern | Geld über 20 oder 30 Jahre anlegen | private Auszahlung ohne verbleibendes Stammkapital |
| Selbständige ohne GmbH | zusätzlicher Jahresgewinn neben 80.000 € zu versteuerndem Basiseinkommen | neue operative GmbH plus Holding | gesonderter Vergleich nach Mehrkosten und privater Auszahlung |
Eine Depotgrenze ist kein Jahresgewinn und kein Monatsbetrag. Die verschiedenen Einheiten sind deshalb überall ausdrücklich beschriftet.
Annahmen des ETF-Basisfalls
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Einmalanlage | 500.000 € am Modellstart, keine schon vorhandenen Kursgewinne |
| ETF | thesaurierender Welt-Aktienfonds |
| Rendite nach Fondskosten | konstant 7 % pro Jahr, keine Crash-Reihenfolge |
| Laufzeit | 20 Jahre, Modellstart 01.01.2027 |
| Vorabpauschale | Basiszins 3,2 % konstant fortgeführt; Begrenzung durch Jahresertrag, Ausschüttungen und Anrechnung beim Verkauf berücksichtigt |
| Privat | 26,375 % Abgeltungsteuer inkl. Soli, 30 % Teilfreistellung, 1.000 € Sparer-Pauschbetrag, keine Kirchensteuer |
| GmbH | Körperschaftsteuer inkl. Soli plus Gewerbesteuer mit Hebesatz 400 % |
| Körperschaftsteuer | 15 % bis 2027, danach jährlich 1 Prozentpunkt weniger, ab 2032 10 %, jeweils zzgl. Soli |
| Fondsfreistellungen GmbH | 80 % für Körperschaftsteuer, 40 % für Gewerbesteuer; Kosten entsprechend anteilig abziehbar |
| GmbH-Gründung | 1.500 € am Anfang |
| Laufende GmbH-Kosten | 2.500 € im ersten Jahr, jährlich 2 % Kostensteigerung (Modellannahme, Belege unten) |
| Auflösung | 2.500 € am Ende (Notar, Register, Liquidationsabschlüsse; Modellannahme) |
| Finanzierung GmbH | 25.000 € Stammkapital und 475.000 € zinsloses Gesellschafterdarlehen |
| Auszahlung im Basisfall | Darlehen zurückzahlen, Gewinne nach Abgeltungsteuer ausschütten, auflösen, Stammkapital zurückzahlen |
| Inflation im Entnahmevergleich | 2 %; Monatsbeträge auf Kaufkraft am Modellstart zurückgerechnet |
Rendite, fortgeführter Basiszins, Kostenentwicklung und die langfristige Fortschreibung der Steuerregeln sind Annahmen. Die beschlossene Körperschaftsteuersenkung ist eingerechnet. Das Modell rechnet unterjährig mit ETF-Anteilen; Steuer- und Kostenabflüsse werden an vereinfachten Jahresstichtagen abgebildet. Krankenversicherung, weitere Einkünfte oder Rente und eigene Verwaltungszeit gehören nicht zum Basisvergleich.
Woher die ETF-Steuersätze kommen
Privat sind 30 % frei, also 70 % steuerpflichtig:
70 % × 26,375 % = 18,4625 % auf den ETF-Ertrag (vor Freibeträgen)
In der GmbH werden die beiden Steuern getrennt gerechnet:
| Bestandteil | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Körperschaftsteuer inkl. Soli auf den steuerpflichtigen Anteil | 20 % × 15,825 % | 3,165 % |
| Gewerbesteuer auf den steuerpflichtigen Anteil | 60 % × 14 % | 8,4 % |
| Zusammen | 3,165 % + 8,4 % | 11,565 % |
| Langfristig nach KSt-Senkung | 20 % × 10,55 % + 60 % × 14 % | 10,51 % |
Die Teilfreistellungen stehen in § 20 InvStG, die Körperschaftsteuersätze in § 23 KStG. Die oft zitierten 1,5 % gelten dagegen für Gewinne aus Einzelaktien (95 % steuerfrei nach § 8b KStG, 5 % × 29,825 % = 1,49125 %), nicht für einen Aktien-ETF.
Ein vereinfachtes Steuerjahr zum Mitrechnen
Isolierte Beispielrechnung: Auf beiden Seiten steht ein ETF-Anfangswert von 500.000 €. Gründungskosten, Zahlungsverschiebung ins Folgejahr und zusätzliche Verkäufe zur Steuerfinanzierung sind für diese Erklärung ausgeblendet. Die genaue Jahresfolge steht bei den Jahreswerten.
Privat
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Angenommener Jahresertrag | 500.000 € × 7 % | 35.000,00 € |
| Basisertrag (bei diesem Zuwachs nicht begrenzt) | 500.000 € × 3,2 % × 70 % | 11.200,00 € |
| Keine Ausschüttung | 11.200 € − 0 € | 11.200,00 € Vorabpauschale |
| Nach Teilfreistellung steuerpflichtig | 11.200 € × 70 % | 7.840,00 € |
| Noch freier Pauschbetrag | 7.840 € − 1.000 € | 6.840,00 € |
| Steuer inkl. Soli | 6.840 € × 26,375 % | 1.804,05 € |
Die 11.200 € sind angesetzter Ertrag, keine Steuer. Die beiden 70-%-Faktoren haben unterschiedliche Gründe: erst die Basisertragsformel, danach die Teilfreistellung. Ausschüttungen und die tatsächliche Wertentwicklung können die Vorabpauschale verringern oder entfallen lassen. Beim Verkauf werden bereits angesetzte Vorabpauschalen vom Veräußerungsgewinn abgezogen (§ 18 InvStG, § 19 InvStG). Der Basiszins von 3,2 % entspricht dem BMF-Wert für 2026 und wird für spätere Jahre als Annahme fortgeführt.
GmbH
In dieser isolierten Darstellung sind die 2.500 € Kosten vollständig den ETF-Erträgen zugeordnet. Erträge und Kosten werden deshalb nach denselben Anteilen gekürzt:
| Steuer | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Körperschaftsteuer und Soli | (11.200 € − 2.500 €) × 20 % × 15,825 % | 275,355 € |
| Gewerbesteuer | (11.200 € − 2.500 €) × 60 % × 14 % | 730,80 € |
| Steuer insgesamt (auf Cent gerundet) | 275,355 € + 730,80 € | 1.006,16 € |
| Plus Verwaltungskosten | 1.006,16 € + 2.500 € | 3.506,16 € |
Kurzform für genau diesen Fall: (11.200 − 2.500) × 11,565 %. Das ist keine allgemeine Regel für beliebige GmbH-Ausgaben. Zum anteiligen Kostenabzug: § 21 InvStG.
Die Faustformel der Ratgeber
Hier wird das kritisierte vereinfachte Verfahren nachgebaut, nicht das Langfristmodell ersetzt. Es unterstellt die jährliche Besteuerung der gesamten Rendite und zählt nur den laufenden Vorteil innerhalb der GmbH.
- Steuerdifferenz: 18,4625 % − 11,565 % = 6,8975 Prozentpunkte
- Bei 100.000 € Depot und 7 % Rendite entstehen 7.000 € Jahresertrag.
- Rechnerische Steuerersparnis: 7.000 € × 6,8975 % = 482,825 €
- Bezogen aufs Depot: 482,825 € ÷ 100.000 € = 0,482825 %
- Kostendeckung: Jahreskosten ÷ 0,00482825 = erforderliches Depot laut Faustformel
| Jahreskosten | Rechnerische Depotgrenze |
|---|---|
| 714 € | 147.880 € |
| 2.500 € | 517.786 € |
| 5.000 € | 1.035.572 € |
Beim gehaltenen ETF wird aber nicht jedes Jahr die gesamte Rendite versteuert, und die spätere private Auszahlung fehlt. Die Formel enthält bereits die ETF-Steuersätze; die Verwechslung mit den 1,5 % für Einzelaktien ist nicht ihr Fehler. 714 € entsprechen dem günstigsten dokumentierten Paket (Fideus Holding Lite brutto) für eine Bilanzsumme bis 150.000 €, also kein Angebot für beliebig große Depots.
Die zweite Steuer bei 100 € Gewinn
Langfristiger GmbH-Satz, vollständige Gewinnausschüttung mit Abgeltungsteuer, ohne Kosten und Freibeträge:
| Schritt | Privatdepot | Über die GmbH |
|---|---|---|
| ETF-Gewinn | 100,00 € | 100,00 € |
| Steuer auf ETF-Ertrag | 18,4625 € | 10,51 € |
| Verbleibender Gewinn | 81,5375 € | 89,49 € |
| Zusätzliche Ausschüttungsteuer | – | 89,49 € × 26,375 % = 23,60 € |
| Privat verfügbar | 81,54 € | 65,89 € |
10,51 % + (1 − 10,51 %) × 26,375 % = 34,1129875 % Gesamtsteuer über die GmbH
Die beiden Steuersätze werden also nicht einfach addiert. Die ursprüngliche Einlage ist in diesen 100 € Gewinn nicht enthalten. Die Rechnung sagt noch nicht, ob die GmbH mit ihrem vorübergehenden Mehrkapital genug zusätzliche Rendite erwirtschaftet. Dafür braucht es den Vergleich über die Laufzeit.
Endabrechnung nach 20 Jahren
Vor der privaten Auszahlung liegt die GmbH um 16.253,96 € vorn. Dann folgt diese Abrechnung:
| Zeile | Betrag |
|---|---|
| Vermögen in der GmbH nach Fondssteuern, vor Auflösungskosten und privater Steuer | 1.648.499,10 € |
| Auflösungskosten | −2.500,00 € |
| Vermögen vor privater Steuer | 1.645.999,10 € |
| darin: Darlehensrückzahlung | 475.000,00 € |
| darin: Rückzahlung Stammkapital | 25.000,00 € |
| darin: Gewinnausschüttung | 1.145.999,10 € |
| abzüglich Sparer-Pauschbetrag | −1.000,00 € |
| Steuerpflichtige Gewinnausschüttung | 1.144.999,10 € |
| Steuer auf die Ausschüttung (× 26,375 %) | −301.993,51 € |
| Privat verfügbar über die GmbH | 1.344.005,59 € |
| Privatdepot nach Verkaufsteuer | 1.632.245,14 € |
| Nachteil über die GmbH | 288.240 € |
Die drei „darin“-Zeilen teilen das Vermögen auf; sie werden nicht zusätzlich abgezogen. Darlehen und Stammkapital kommen ohne Ausschüttungsteuer zurück. Rundungen können bei der Subtraktion dargestellter Endwerte 1 Cent beziehungsweise 1 Euro Abweichung ergeben (ungerundet: Differenz 288.239,56 €).
Monatlich vom Depot leben
Nach 20 Jahren Ansparen werden 30 Jahre lang monatliche Beträge entnommen. Das Modell setzt einen Betrag an, schreibt das Restvermögen Monat für Monat fort und passt die Entnahme so an, dass sie bis zum Ende reicht; Erträge und Kapital werden verbraucht. Gezeigt wird die Kaufkraft am Modellstart.
| 500.000 € Startkapital, alleinstehend | Monatlicher Betrag |
|---|---|
| Privatdepot | 5.738 € |
| GmbH-Weg | 5.119 € |
| GmbH gegenüber privat | −10,8 % |
Keine weiteren Einkünfte. Privat wird die günstigere Besteuerung berücksichtigt; bei der GmbH die günstigsten geprüften Besteuerungs- und Auszahlungsvarianten. Gebundenes Stammkapital zählt nicht als private Auszahlung. Krankenversicherung fehlt (dazu der GKV-/PKV-Vergleich). Die konstante Rendite bildet keine Krisenfolge ab; die Beträge sind keine sichere Entnahmeempfehlung.
Firmengewinn und Holding
Die erste Ausschüttung aus einer bestehenden Firma, Schritt für Schritt:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Freier Firmengewinn vor Unternehmenssteuern | Ausgangswert | 100.000,00 € |
| Nach Unternehmenssteuern | 100.000 € × (1 − 29,825 %) | 70.175,00 € |
| Direkt an dich ausgeschüttet | 70.175 € × (1 − 26,375 %) | 51.666,34 € |
| Holding: steuerpflichtige 5 % der Beteiligungserträge | 70.175 € × 5 % | 3.508,75 € |
| Nach zugeordneten Verwaltungskosten | 3.508,75 € − 3.000 € | 508,75 € |
| Holdingsteuer | 508,75 € × 29,825 % | 151,73 € |
| In der Holding zum Anlegen | 70.175 € − 3.000 € − 151,73 € | 67.023,27 € |
Die Verwaltungskosten werden einmal bezahlt und senken zugleich die steuerliche Bemessungsgrundlage. Die 67.023,27 € sind noch kein privater Endvorteil. Die 95-%-Systematik für Beteiligungserträge ergibt sich aus § 8b KStG, unter den Voraussetzungen des jeweiligen Steuerfalls.
Zusatzfälle
Diese Tabellen halten die im Video verkürzten Fälle verfügbar. Die Schwellen sind Ergebnisse bestimmter Modelle, keine allgemein gültigen Grenzen.
Bestehende Firma: benötigter freier Jahresgewinn vor Unternehmenssteuern
| Anlage | 20 Jahre | 30 Jahre |
|---|---|---|
| ETF halten | 167.462 € | 92.767 € |
| Einzelaktien jährlich umschichten | 42.134 € | 22.375 € |
Jährliche neue Gewinne, 3.000 € anfängliche Holdingkosten mit 2 % jährlicher Steigerung, 2.000 € Gründungskosten und 25.000 € Stammkapital. Der Privatweg bekommt dasselbe zusätzliche Anfangsbudget von 27.000 €. Gezählt wird nur die private Auszahlung ohne verbleibendes Stammkapital. Annahmen dieser Unternehmerrechnungen: 5 % Kurswachstum plus 2 % Ausschüttung beziehungsweise Dividende pro Jahr, keine Verlustfolge, Hebesatz 400 %, beschlossene Körperschaftsteuersenkung, Neuzufluss am Jahresende, kein zusätzlicher Sparer-Pauschbetrag; die Vorabpauschale wird vereinfacht am Jahresende erfasst. Im Holdingmodell wird die Hälfte der Kosten dem Fonds zugeordnet, die andere Hälfte der Beteiligungsverwaltung.
Gegenvergleich direkt in der bestehenden Firma (älteres Jahresmodell mit ausschüttendem ETF): Bei 100.000 € freiem Jahresgewinn und 20 Jahren endet die Direktanlage in der Firma bei 2.174.841 €, die zusätzliche Holding bei 2.065.064 €, also 109.778 € mehr ohne Holding. Auch nach 30 Jahren liegt die Direktanlage in allen geprüften Zeilen vorn. Eine Holding braucht deshalb einen weiteren Grund, etwa einen späteren Verkauf der Firma.
Selbständig ohne GmbH: zusätzlicher jährlicher Gewinn
80.000 € zu versteuerndes Basiseinkommen, zusätzlich 4.500 € operative Kosten und 3.000 € Holdingkosten, neue operative GmbH plus Holding. Angegeben ist der erste positive Fall im 100-€-Raster.
| Anlage | 20 Jahre | 30 Jahre |
|---|---|---|
| ETF halten | 285.500 € | 209.300 € |
| Einzelaktien jährlich umschichten | 87.800 € | 47.800 € |
Einzelaktien: zwei verschiedene Auszahlungen
| Modell | Startkapital beim errechneten Vorteil |
|---|---|
| 20 Jahre ansparen, 30 Jahre monatlich entnehmen | 220.077 € |
| Nach 30 Jahren ausschütten, verbleibendes Stammkapital nicht mitgezählt | 394.782 € |
Die Zeilen sind nicht dieselbe Rechnung. Annahmen: 5 % Kurswachstum plus 2 % Dividende, jährliches vollständiges Umschichten, keine Verlustjahre. Verluste aus Einzelaktien (in der GmbH steuerlich nicht abziehbar) und abweichende Dividendenanteile verändern die Einordnung.
ETF-Trading: jedes Jahr vollständig verkaufen und wieder anlegen
Im Video als Hebel-ETF-Beispiel genannt: 18 % konstant, 30 Jahre, ab 293.367 € Startkapital.
| Konstante Rendite | 20 Jahre | 30 Jahre |
|---|---|---|
| 15 % | kein Vorteil bis 20 Mio. € | ab 1.482.582 € Startkapital |
| 18 % | kein Vorteil bis 20 Mio. € | ab 293.367 € Startkapital |
| 20 % | kein Vorteil bis 20 Mio. € | ab 177.766 € Startkapital |
Aktienfonds-Status vorausgesetzt. Kein Test einer realen 200-Tage-Strategie: Verlustjahre, Fehlsignale und Cash-Phasen fehlen. Ein zusätzlicher 14,5-%-Fall ist ab rund 3,39 Mio. € nach 30 Jahren positiv. Bei 7 % Rendite und 500.000 € Startkapital ergibt 10 % jährliches Umschichten nach 30 Jahren einen Nachteil von 506.894 € statt 625.078 € beim Halten.
Vererben
| 500.000 € Startkapital, Erbfall nach 30 Jahren | Privatdepot | GmbH |
|---|---|---|
| Erbschaftsteuer im Modell | 494.646 € | 473.062 € |
| Privat verfügbar nach Verkauf/Auflösung durch die Kinder | 2.537.814 € | 1.934.320 € |
Die GmbH-Seite zahlt 21.584 € weniger Erbschaftsteuer, liefert aber nach Auszahlung 603.494 € weniger privates Geld. Nach weiteren 20 Jahren Anlage bei den Kindern beträgt der Nachteil 1.992.002 €. Annahmen: alleinstehendes Elternteil, 2 Kinder zu gleichen Teilen, 400.000 € Freibetrag je Kind, Steuerklasse I, Erbfallkostenpauschale 15.000 €, keine Betriebsvermögensbegünstigung, unveränderte Erbschaftsteuerregeln; die Kinder übernehmen die Anschaffungskosten, § 35b EStG ist nicht berücksichtigt. Mit zwei Erben ist die GmbH außerdem keine Gesellschaft mit Alleineigentümer mehr.
Besonders günstiger ETF-Rechentest
Paar, 30 Jahre Ansparen plus 30 Jahre Entnahme, 1.200 € anfängliche Jahreskosten, Hebesatz 280 %, Basiszins 4,5 %, voller Kostenabzug als zusätzliche günstige Sensitivität.
| Startkapital | Monatlich privat | Monatlich GmbH | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 500.000 € | 8.745 € | 8.641 € | −1,2 % |
| 1.000.000 € | 16.298 € | 16.587 € | +1,8 % |
| 2.000.000 € | 32.230 € | 31.412 € | −2,5 % |
Der volle Kostenabzug ist für ETF-bezogene Kosten nicht frei wählbar. Diese Kombination ist ein Rechentest, kein nachgewiesener praktischer Ausnahmefall, und die drei Punkte bestimmen keine exakten Grenzen eines positiven Bereichs.
Jahreswerte des ETF-Basisfalls
Die Spalte „angesetzte Vorabpauschale“ ist die im jeweiligen Jahr zugeflossene Pauschale des Vorjahres. Fondssteuern werden vereinfacht am Jahresende bezahlt; Verkäufe zur Finanzierung von Steuer und Kosten können weitere steuerpflichtige Gewinne auslösen. Am Ende des 20. Jahres wird das gesamte Depot verkauft.
Warum das erste Jahr anders aussieht als das Beispieljahr oben: Privat wachsen 500.000 € zunächst auf 535.000 €; die erste Vorabpauschale wird erst im Folgejahr besteuert. Bei der GmbH gehen zuerst 1.500 € Gründung ab: 498.500 € × 1,07 − 2.500 € = 530.895 €. In den Jahren 1 bis 19 zahlt die GmbH jedes Jahr mehr Fondssteuer plus Kosten als das Privatdepot. Im Verkaufsjahr 20 zahlt das Privatdepot 182.234,88 € Fondssteuer, die GmbH 99.655,00 €. Daraus entsteht der Vorsprung von 16.253,96 € vor der privaten Auszahlung.
▸Privatdepot: alle 20 Jahre anzeigen
| Jahr | Angesetzte Vorabpauschale | Fondssteuer im Jahr | Kosten im Jahr | Vermögen am Jahresende |
|---|---|---|---|---|
| 1 (2027) | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 535.000,00 € |
| 2 (2028) | 11.200,00 € | 1.840,41 € | 0,00 € | 570.609,59 € |
| 3 (2029) | 11.945,47 € | 1.995,42 € | 0,00 € | 608.556,85 € |
| 4 (2030) | 12.739,88 € | 2.161,03 € | 0,00 € | 648.994,80 € |
| 5 (2031) | 13.586,43 € | 2.337,92 € | 0,00 € | 692.086,51 € |
| 6 (2032) | 14.488,54 € | 2.526,81 € | 0,00 € | 738.005,76 € |
| 7 (2033) | 15.449,84 € | 2.728,45 € | 0,00 € | 786.937,71 € |
| 8 (2034) | 16.474,21 € | 2.943,65 € | 0,00 € | 839.079,70 € |
| 9 (2035) | 17.565,78 € | 3.173,29 € | 0,00 € | 894.641,99 € |
| 10 (2036) | 18.728,95 € | 3.418,29 € | 0,00 € | 953.848,65 € |
| 11 (2037) | 19.968,42 € | 3.679,63 € | 0,00 € | 1.016.938,42 € |
| 12 (2038) | 21.289,18 € | 3.958,36 € | 0,00 € | 1.084.165,75 € |
| 13 (2039) | 22.696,55 € | 4.255,62 € | 0,00 € | 1.155.801,74 € |
| 14 (2040) | 24.196,22 € | 4.572,58 € | 0,00 € | 1.232.135,27 € |
| 15 (2041) | 25.794,23 € | 4.910,54 € | 0,00 € | 1.313.474,20 € |
| 16 (2042) | 27.497,03 € | 5.270,84 € | 0,00 € | 1.400.146,56 € |
| 17 (2043) | 29.311,48 € | 5.654,94 € | 0,00 € | 1.492.501,88 € |
| 18 (2044) | 31.244,90 € | 6.064,37 € | 0,00 € | 1.590.912,64 € |
| 19 (2045) | 33.305,09 € | 6.500,80 € | 0,00 € | 1.695.775,73 € |
| 20 (2046) | 35.500,35 € | 182.234,88 € | 0,00 € | 1.632.245,14 € |
▸GmbH vor privater Ausschüttungsteuer: alle 20 Jahre anzeigen
| Jahr | Angesetzte Vorabpauschale | Fondssteuer im Jahr | Kosten im Jahr | Vermögen am Jahresende |
|---|---|---|---|---|
| 1 (2027) | 0,00 € | 0,00 € | 4.000,00 € | 530.895,00 € |
| 2 (2028) | 11.114,06 € | 574,73 € | 2.550,00 € | 564.932,92 € |
| 3 (2029) | 11.826,63 € | 1.087,97 € | 2.601,00 € | 600.789,25 € |
| 4 (2030) | 12.577,27 € | 1.160,87 € | 2.653,02 € | 639.030,61 € |
| 5 (2031) | 13.377,84 € | 1.235,44 € | 2.706,08 € | 679.821,24 € |
| 6 (2032) | 14.231,77 € | 1.311,72 € | 2.760,20 € | 723.336,80 € |
| 7 (2033) | 15.142,75 € | 1.419,09 € | 2.815,41 € | 769.735,88 € |
| 8 (2034) | 16.114,10 € | 1.533,05 € | 2.871,71 € | 819.212,63 € |
| 9 (2035) | 17.149,87 € | 1.654,07 € | 2.929,15 € | 871.974,30 € |
| 10 (2036) | 18.254,42 € | 1.782,64 € | 2.987,73 € | 928.242,13 € |
| 11 (2037) | 19.432,36 € | 1.919,30 € | 3.047,49 € | 988.252,29 € |
| 12 (2038) | 20.688,65 € | 2.064,61 € | 3.108,44 € | 1.052.256,89 € |
| 13 (2039) | 22.028,56 € | 2.219,18 € | 3.170,60 € | 1.120.525,09 € |
| 14 (2040) | 23.457,72 € | 2.383,65 € | 3.234,02 € | 1.193.344,18 € |
| 15 (2041) | 24.982,16 € | 2.558,71 € | 3.298,70 € | 1.271.020,86 € |
| 16 (2042) | 26.608,29 € | 2.745,09 € | 3.364,67 € | 1.353.882,56 € |
| 17 (2043) | 28.342,96 € | 2.943,57 € | 3.431,96 € | 1.442.278,80 € |
| 18 (2044) | 30.193,50 € | 3.155,00 € | 3.500,60 € | 1.536.582,71 € |
| 19 (2045) | 32.167,71 € | 3.380,25 € | 3.570,62 € | 1.637.192,64 € |
| 20 (2046) | 34.273,94 € | 99.655,00 € | 6.142,03 € | 1.645.999,10 € |
Die letzte GmbH-Zeile enthält bereits die Auflösungskosten, aber noch nicht die private Ausschüttungsteuer; erst danach entsteht der Betrag aus der Endabrechnung. Beim Privatdepot ist die letzte Zeile bereits nach Verkaufsteuer.
Was eine Spardosen-GmbH im Jahr kostet
Die 2.500 € im Modell sind eine Annahme aus der Mitte der Spannen, die Anbieter und Ratgeber nennen. Pakete aus einer Hand gelten meist nur für kleine, ruhige Gesellschaften; klassisch beim Steuerberater liegen die Kosten deutlich höher.
| Quelle | Laufende Kosten pro Jahr | Art |
|---|---|---|
| Resolvio | digital ca. 555–830 €; beim Steuerberater ca. 1.225–3.450 € | Paket + Spanne |
| Fideus | Holding Lite ab 600 € netto (bis 150.000 € Bilanzsumme), Pro ab 1.450 € netto; nach Gebührenordnung 1.107–5.187 € brutto | Paket + StBVV |
| F+P Holding-Verwaltung | 750 € netto | Paket |
| b’steuern Holding-Paket | ab 65 € netto/Monat, Onboarding 399 € netto | Paket |
| AktienRenteRechner | 1.500–3.000 € | Ratgeber |
| etf.capital | ca. 2.000–3.500 € | Ratgeber |
| JS Advisors | 3.000–8.000 € | Ratgeber/Berater |
| Jakob Brilz | „konservativ“ 3.000–8.000 € | Ratgeber/Berater |
Für das Ergebnis ändert das wenig: Auch mit 714 € im Jahr gibt es im ETF-Basisfall mit Auszahlung keine Schwelle bis 20 Mio. € (500.000 €: −234.839 € nach 20 Jahren).
Quellen
Die Schwellen „ab X €“ aus den Ratgebern
| Quelle | Genannte Schwelle | Auszahlung eingerechnet? |
|---|---|---|
| AktienRenteRechner: Spardosen-GmbH für ETFs | ab ca. 150.000–200.000 € ETF-Kapital | nein |
| AktienRenteRechner: ETF kaufen als GmbH | ab ca. 100.000–150.000 € | erwähnt, nicht gerechnet |
| experte.de | ab 150.000 € | erwähnt, nicht gerechnet |
| etf.capital | ab ca. 200.000 € (kann), ab ca. 500.000 € (meistens), Einzelaktien | nein |
| JS Advisors | mind. 500.000 €, besser 750.000–1 Mio. € | nein |
| WePublicu | ab ca. 500.000 € | nein |
| Eichhorn Coaching | 50.000 / 100.000 / 500.000 € | keine Rechnung |
| Jakob Brilz | mittleres sechs- bis unteres siebenstelliges Vermögen | nein |
| Steuernaut | ab ca. 50.000 € und 10 Jahren | nein |
| finanzcoach.org | ab 50.000–100.000 € wiederangelegtem Gewinn pro Jahr | erwähnt, nicht gerechnet |
| T. Staat (Steuerberater) | Einzelaktien ca. 520.000 € bei 10 % Rendite, sonst bis 3,1 Mio. € | ja |
| DIY Investor | 250.000 € nach ca. 17 Jahren (Aktien) | ja |
| Fideus | keine; ETF-Depot ungeeignet | ja |
Angebot und Berichterstattung
- Trade Republic: Pressemitteilung „Private Holding“, 22.09.2026
- biallo: „Trade Republic: Ab sofort auch für GmbHs offen“, 22.09.2026
- extraETF: „Trade Republic startet Firmendepot“, 22.09.2026
- finanzwissen.de: „Trade Republic startet Firmendepot“, 23.09.2026
Keine Steuer- oder Anlageberatung. Das ist meine Modellrechnung mit den genannten Annahmen. Deine Situation (Kirchensteuer, Hebesatz, weitere Einkünfte, Kosten deines Steuerberaters) kann das Ergebnis verschieben. Vor einer GmbH-Gründung gehört eine Steuerberatung dazu.